Demo-Aufruf: „Zirkus um Studiengebühren“

2010
02.08

Der Senat der Universität Bamberg hat es wieder versäumt, die Studiengebühren auf das gesetzlich vorgegebene Minimum von 300 Euro zu senken. Sogar für eine Senkung auf 400 Euro fand sich nur eine knappe Mehrheit. Das zeigt zum wiederholten Mal, dass der Senat – mit Ausnahme der studentischen Vertreter – einer reinen Verwaltungslogik folgt und nicht die Bekämpfung der Ungerechtigkeit im Bildungssystem als Grundlage seiner Handlungen ansieht.

Die Mehrkosten durch die Studiengebühren stellen eine weitere Hürde im Bildungssystem dar, und führen zu sozialer Selektivität. Einerseits erschweren diese Mehrkosten den Zugang zur Bildung für einkommensschwache Haushalte, andererseits fördern sie die Reproduktion bestehender Eliten. Das Ziel der Bildung scheint nicht mehr Emanzipation, sondern Produktion von Humankapital zu sein.

Selbst diese sozial mildtätig anmutende Entscheidung des Senats wurde von den Mühlen der Hochschulverwaltung zermahlen. Der Präsident der Universität Bamberg „kann“ die Entscheidung des Senats aufgrund „formaler Fehler“ nur als Willenserklärung anerkennen. Peinlich für den Senat, dass er hier anscheinend seiner Kompetenz beraubt wird. Peinlich auch für den Präsidenten, dass er diese formalen Fehler nicht bereits während der laufenden Sitzung erkannt hatte. Zu guter Letzt vergleicht das Dezernat für Kommunikation die angebliche Willenserklärung zur Senkung der Studiengebühren mit dem Ende der Zweiteilung Deutschlands.

Am 10.02 2010 tritt der Senat erneut zusammen. Es erscheint dabei als Farce, dass er nun eine bereits getroffene Entscheidung wiederholen muss. Dies erinnert, um den Sprachduktus der Universität zu nutzen, eher an die Wahlen zur Volkskammer, in der so lange gewählt wurde, bis das passende Ergebnis feststand.
Diesen Zirkus machen wir nicht mit! Wir rufen deswegen alle Studierenden der Universität Bamberg und alle Menschen, die sich gegen Bildungsungerechtigkeit zur Wehr setzen wollen, zur Demonstration auf. Mittwoch, 10. 02. 2010, ab 14:00 an der Universität 7.

Flyer Gebührenzirkus-Demo 10. Februar 2010

Party zur Senkung der Studiengebühren

2010
02.07

In seiner nächsten Sitzung wird der Senat die am 23. Dezember getroffene Entscheidung zur Senkung der Studiengebühren auf 400 Euro bestätigen, damit endlich den Zirkus in den Gremien beenden und eine rechtsverbindliche Grundlage für den niedrigen Gebührensatz im Sommersemester schaffen.

Dieser langersehnte Schritt muss gefeiert werden und darum läd das Bildungsplenum “U7″ alle Senatsmitglieder, Studierende und Feierwütige am Dienstag, den 9. Februar 2010, in den Morph-Club ein: Unter dem Motto “Dancen gegen Studiengebühren” werden wir die Entscheidung herbeitanzen!

Für die musikalische Gestaltung sorgen die bekannten DJ-Teams käpt!n karacho! (Balkanbeats) und Semesterapparat (Electro/Minimal), dazu gibt’s thematische Getränke-Specials.

Flyer Gebührenzirkus-Party am 9. Februar 2010

Plenum und Grundsatzdiskussion

2010
02.04

Heute Abend haben wir wieder Plenum um 20:00 Uhr in der Markusstraße 12 Raum 014.

Neben den üblichen Tagesordnungspunkten (aktuelle Termine, Berichte, etc.) wird dieses Mal der wichtigste Tagesordnungspunkt das sog. „About us“-Papier sein. Das heißt, dass wir diesmal verstärkt über das Profil und die Ziele des Bildungsplenums “U7″ diskutieren werden.

Wir freuen uns auf euer Kommen!

ACHTUNG: NICHT OFFIZIELL!

2010
01.28
Dieser Blog ist noch im Aufbau und ist noch nicht zur Benutzung freigegeben.
Der Wechsel wird erst zum Ende der Wochen stattfinden!

Bitte besucht so lange noch die alte Version: http://bambergbrennt.blogsport.de/

Gründungsplenum 2.0

2010
01.22

Guten Morgen.
Heute Abend findet der zweite Teil unseres Gründungsplenum statt, in dem wir essentielle Themen über unser weiteres Vorgehen besprechen werden.

Wenn ihr Interesse an der aktuellen Lage der Bildungspolitik an der Uni Bamberg habt und euch vielleicht sogar mit uns für deren Verbesserung engagieren wollt, kommt heute abend um 20:00 Uhr in die Kapelle im Markushaus (M3/126N).

Wir freuen uns auf euch!!!

Gründungsplenum – Review

2010
01.19

Bericht vom Gründungsplenum

Am 13.01.10 fand das Gründungsplenum der ehemaligen Besetzer_innen in M3/ 126N statt. Die Kapelle des Markushauses war sehr gut gefüllt und alle stellten sich die Frage, in welcher Form nun weitergearbeitet werden sollte.

Eine Gruppe von Studierenden und Ehemaligen, die selbst verschiedene Ämter inne haben oder hatten, klärte die ehemaligen Besetzer_innen über die vorhandenen Möglichkeiten auf.
So wäre es zum Beispiel möglich, einen Verein zu gründen. Genauso könne man eine ”Hochschulgruppe“ (laut Universitätsleitung existiert dieser Ausdruck nicht mehr) beziehungsweise eine sogenannte studentische Vereinigung gründen. Bei beiden Vorschlägen müsse man allerdings eine klar gegliederte Vorstandschaft einrichten, wogegen sich viele der ehemaligen Besetzer_innen aussprachen.

Außerdem wäre es möglich, ein Referat innerhalb des Fachschaftenrats zu bekommen. Damit wäre man anderen bereits existierenden Referaten gleichgestellt und wäre an die Fakultätsvertretungen angebunden. Als Referat innerhalb dieses Gremiums ist man dem Fachschaftenrat gegenüber berichtspflichtig und diesem gegenüber verantwortlich. Ein Referat bekommt außerdem ein eigenes Budget zur Verfügung.

Das würde die Arbeit der ehemaligen BesetzerInnen erleichtern. Mit dem Budget könne man nämlich noch mehr Öffentlichkeitsarbeit betreiben, was für die zukünftige Arbeitsform angedacht ist. Ein Referat erfordert außerdem ein Grundsatzpapier, das die Richtlinien der Arbeit festlegt.

Als Vorletztes wurde die Form eines Ausschusses oder Arbeitskreises des studentischen Konvents als Organisationsform vorgestellt. Der Konvent besteht zur einen Hälfte aus dem Fachschaftenrat und zur anderen Hälfte aus gewählten Mitgliedern aus der Studierendenschaft.

In solch einem Ausschuss wäre die Anbindung an die offizielle Gremienstruktur gesichert. Auch die Finanzierung der Arbeit würde kein großes Problem mehr darstellen. Außerdem könne die ”lose Struktur“ der bisherigen Arbeitsweise wie auch der allgemeinpolitische Anspruch beibehalten werden, betonten die eingeladenen Referenten.

Zudem bestünde die Option, als ”loser AK“ zu arbeiten. Hierbei wäre die Anbindung an die offizielle Studierendenvertretung weniger gegeben; ebenso fehlten die infrastrukturellen und finanziellen Vorteile eines Konventsausschusses.

Nachdem die fünf Möglichkeiten vorgestellt wurden, begannen die ehemaligen Besetzer_innen über die Vor- und Nachteile der jeweiligen Arbeitsform zu diskutieren. Eines wurde nach dem Austausch der Argumente für die Gruppe klar: das äußere Erscheinungsbild muss für die zukünftige Arbeit festgelegt werden.

Während der Diskussion stellte sich auch das Bedürfnis für viele der ehemaligen Besetzer_innen ein, sich mit allgemeinpolitischen Themen zu befassen und nicht nur mit Themen, die nur die Universitätsebene betreffen.

Wie man das in den einzelnen Optionen, die gegeben sind, umsetzen kann, muss bis zur nächsten Sitzung geprüft werden.

Nachdem ein erstes Stimmungsbild über die Vorschläge gemacht wurde, beschlossen die ehemaligen Besetzer_innen, dass diese Entscheidung nicht an diesem Abend gefällt würde. Man solle sich noch einmal über die Vor- und Nachteile der Arbeitsformen Gedanken machen. Somit wurde die Entscheidung auf das nächste Plenum verschoben.

Danach wurden kurz die Aufgabenbereiche angesprochen, die zukünftig von Bedeutung sind: die Vorgehensweise der Gruppe im Allgemeinen, die interne Vernetzung der Gruppe in Bamberg, die externe Vernetzung mit anderen Universitäten und die künftigen Aktionen.
Für diese Aufgabenbereiche müssen zumindest Verantwortliche gefunden werden, die sich gerne und regelmäßig mit den Themen beschäftigen.

Auch wenn das Gründungsplenum noch nicht sicher festgelegt hat, in welcher Form die Gruppe weiterarbeiten möchte, darf man hoffen, dass es in der gleichen Weise geschieht wie im letzten Jahr!

Quelle: http://my.feki.de/index.php?option=com_content&task=view&id=861&It%20emid=160

Gründungsplenum!

2010
01.11

Hallo Freunde,

viel Zeit ist seit dem Ende der Besetzung vergangen.
Deswegen ein kurzes Update:

Am Mittwoch, dem 13.1. 2010 um 20:00 Uhr ist Gründungsplenum!

Hier werden wir entscheiden wie es weitergeht, was aus uns wird und wie wir uns in der Zukunft organisieren werden.
Auch wird es die neusten Information zu den Entwicklungen unserer Forderungen geben.
Das Büro wird auch erst danach besetzt sein.

Update: Der Treffpunkt ist die U7. Entweder bleiben wir dann dort oder ziehen in Richtung Markushaus.

Entscheidungen des Senats

2009
12.24

Am Mute hängt der Erfolg.
(Theodor Fontane)

Die harte Arbeit der Studentinnen und Studenten im Rahmen der Besetzung wurde gestern mit einem ganz besonderen Weihnachtsgeschenk belohnt.
Am Mittwoch, den 23.12.2009 tagte der Senat der Universität Bamberg. Dabei wurden auch mehrere Anträge, welche die Forderungen der Studierenden aufgriffen, behandelt. So werden wohl in Zukunft Protokolle von Teilen der Senatssitzung für alle Hochschulangehörigen zugänglich sein sowie auf Antrag der Studierendenvertretung hochschulöffentliche Gespräche mit dem Senat stattfinden können.
Am bedeutendsten für die Studentinnen und Studenten ist jedoch die Entscheidung, die Studenbeiträge um 100€ auf 400€ pro Semester ab dem SS 2010 zu senken! Dies ist ein Erfolg aller Besetzerinnen und Besetzer der U7! Alle Argumente gegen Studiengebühren sind schon seit Jahren bekannt. In den letzten Wochen ist es den Studierenden durch die Besetzung und die intensive Arbeit in der besetzten U7 und die Solidarität hunderter Bamberger Bürger, Politiker und Kulturschaffender jedoch gelungen, den Senatorinnen und Senatoren zu verdeutlichen, dass die Studiengebühren in Bamberg mittlerweile von allen Seiten als inakzeptabel betrachtet werden.
Diese Senkung ist ein großer Schritt hin zum Teilziel, die Studienbeiträge auf das gesetzlich vorgeschriebene Minimum von 300€ zu begrenzen, bevor die Studienbeiträge ganz abgeschafft werden können. Die Abschaffung bleibt weiterhin mit das wichtigste Ziel der Studierendenproteste.

Aus diesem Grund werden die Studentinnen und Studenten nicht nur an der Universität Bamberg ihre Arbeit und ihren Protest nun NICHT aufgeben, sondern weiter mutig und kreativ für bessere Bildung kämpfen!

Last but not least geht ein besonderer Dank natürlich an unsere beiden studentischen Senatoren Tilman und Matthias, die in der Senatssitzung so sehr für unsere Anliegen gekämpft haben!

BAMBERG BRENNT WEITER!!!

2009
12.18

BAMBERG BRENNT WEITER!!!

Wir besetzen leider erst ab dem 11.01.2010 wieder (das Büro). Wir werden aber so schnell wie möglich auf alle Nachrichten antworten.

Vielen Dank für das Interesse und die Unterstützung!
Eure U7
Bildungsstreik Bamberg

Stellungnahme Räumung der U7

2009
12.17

Ende der Besetzung der Uni Bamberg

Am morgigen Freitag, den 18.12.2009, werden die Besetzenden das Gebäude der U7 verlassen. Nachdem die Universitätsleitung in ihrer Reaktion auf ein weiteres Kompromissangebot der Studierenden mit einer indirekten Räumungsdrohung reagiert hatte, entschied sich das Plenum der Besetzenden der U7, das besetzte Gebäude zu verlassen, um die bisher von den offiziellen Vertretern der Universität zugesagten Zugeständnisse nicht zu gefährden. Die Arbeit soll nun in einer anderen Form weitergeführt werden.
”Es sind nicht wirklich die zentralen Punkte erfüllt worden, für die wir gekämpft haben, aber es ist schon mal ein Anfang!“ sagte Andreas H., einer der Besetzer.
Trotz der Tatsache, dass bei zentralen Forderungen, wie der nach der Senkung der Studiengebühren oder nach einer Demokratisierung der Universität, noch keine Erfolge erzielt werden konnten, wird nun die Besetzung aufgegeben werden. Doch auch nach der Besetzung werden die Studierenden an ihren Zielen weiterarbeiten, um ihren Forderungen auf dem regulären Gremienweg Nachdruck zu verleihen. Hierzu hat die Universitätsleitung ihre Unterstützung zugesagt – so soll den ehemaligen BesetzerInnen u.a. ein Büroraum zur Verfügung gestellt werden.
”Wir haben uns jetzt nicht nur in Bamberg sondern auch bayernweit vernetzt und dadurch eine gute Basis, um auch in Zukunft kraftvoll für Verbesserungen im Bildungssystem kämpfen zu können.“ – so Sabine E. nach dem Beschluss zur baldigen Räumung.
Insbesondere die Ankündigung, dass die Hochschulleitung die Anliegen der Studierenden nur hinter verschlossenen Türen behandeln könne, stieß bei den Studierenden auf Unverständnis. Als Begründung war die diskrete Behandlung von Personalfragen innerhalb der Sitzungen genannt worden, deren öffentliche Besprechung von den Studierenden jedoch nie verlangt worden war.
Trotz der Einsicht, dass mit dem Engagement und Enthusiasmus der ersten Tage und Wochen noch keine Berge versetzt werden konnten, bleibt festzustellen, dass bereits kleine Erfolge erzielt wurden. In vielen, die Verwaltung betreffenden Fragen laufen nun Prüfungsverfahren, um die Umsetzbarkeit der Forderungen feststellen zu lassen. Es hängt jetzt vom Ausgang der Überprüfung und insbesondere von den Entscheidungen der Gremien der Universität ab, ob sich die Studienbedingungen aller Studierenden an der Universität Bamberg wesentlich verbessern.
”Am 23.12. soll ja im Senat über die Senkung der Studiengebühren auf 300€ pro Semester entschieden werden. Das wäre mal ein tolles Weihnachtsgeschenk, wenn ich im nächsten Jahr nicht einen Monatssatz Bafög nur für Studiengebühren ausgeben müsste“, so Sven P. nach dem Plenum am Mittwoch.
Um die SenatorInnen dazu zu bewegen, zugunsten der Studierenden zu entscheiden, ist in den kommenden Tagen jedoch noch Einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten.