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Kommentar zum Ottfried 2/10


2010
05.12

Als Reaktion auf den Text zum Thema Studiengebühren auf Seite 6 der heute erscheinenden Ausgabeder Studentenzeitung “Ottfried” möchte das Bildungsplenum selbst das Wort ergreifen und ihre Sicht der Situation schildern – die Situation ist zu ernst, als dass wir sie verspielen könnten…

Wir zahlen nicht für eure Krise!

Panikmache statt Aufklärung: Studierende sollen nun für die Misswirtschaft der Universität bezahlen.

Die heutige Ausgabe des Ottfrieds (02/2010) liefert wieder einmal mehr ein Paradebeispiel für die verhöhnende Rhetorik der Universitätsleitung und zahlreicher Professoren, die sich auch jetzt – nachdem die Misswirtschaft der Fakultäten deutlich ans Licht tritt – offenbar aus der Verantwortung stehlen und anderen eine prekäre Finanzierungssituation zumuten, der sie sich selbst entziehen:

Anstatt die Mittelverwendung kritisch zu hinterfragen, werden Lehrveranstaltungen gestrichen und Personal entlassen. Dass einige der Stellen dabei gar nicht aus Studiengebühren hätten finanziert werden dürfen, wird geflissentlich verschwiegen. Dabei gibt das bayerische Hochschulgesetz ganz klar vor, dass die Gebühren nicht zur Finanzierung des Regelbetriebes eingesetzt werden dürfen. (Art 71, Bayer. HSchG)

Einer der Hauptgründe für die Abschaffung der Studiengebühren ist der Wunsch, den davon ausgehenden Ausschluss sozialer Gruppen zu mindern. Davon ist die Universitätsleitung mittlerweile weit entfernt: Nicht soziale Ziele sind Grundlage der Argumentation, sondern buchhalterische Sachzwänge aus selbstverschuldeter Misswirtschaft.

Wir behaupten nicht, die bessere Verwaltung stellen zu können. Dass die Universitätsleitung dies jedoch auch nicht kann, zeigt die gegenwärtige Situation. Klar ist: Die Studiengebühren zum Wintersemester 2010/11 wieder anzuheben, wie Vizepräsident Sebastian Kempgen im aktuellen Ottfried durch die Blume ankündigt, ist keine Lösung für das Problem!

Im Gegenteil muss die Senkung der Studiengebühren bis zur völligen Abschaffung weiter konsequent vorangetrieben werden. Freie Bildung ist ein Menschenrecht! Es muss Aufgabe des Staates sein, allen Bürger_innen freien Zugang zu demokratischen Bildungsstätten zu garantieren.

Diesen Prozess kritisch zu begleiten, hat sich das das Bildungsplenum „U7“ zur Aufgabe gemacht. Um ihr Ideal der freien Bildung in die öffentliche Diskussion zu bringen und deren Umsetzung zu fördern, greift das Bildungsplenum auf universitären und außeruniversitären Aktionsformen zurück und schließt Kooperationen mit verschiedensten Plattformen. Freie Bildung, die die Persönlichkeitsentwicklung zu selbstbestimmten Menschen garantiert und das kritische Denken fördert, statt nur eine Steigerung des wirtschaftlichen Marktwertes im Blick zu haben, kann nur in einer Universität demokratischer Partizipation und kritischer Forschung stattfinden.

Im eigenen Interesse sollten sich für dieses Ziel alle Mitglieder_innen der Universität nachdrücklich einsetzten.

Gründungsplenum – Review


2010
01.19

Bericht vom Gründungsplenum

Am 13.01.10 fand das Gründungsplenum der ehemaligen Besetzer_innen in M3/ 126N statt. Die Kapelle des Markushauses war sehr gut gefüllt und alle stellten sich die Frage, in welcher Form nun weitergearbeitet werden sollte.

Eine Gruppe von Studierenden und Ehemaligen, die selbst verschiedene Ämter inne haben oder hatten, klärte die ehemaligen Besetzer_innen über die vorhandenen Möglichkeiten auf.
So wäre es zum Beispiel möglich, einen Verein zu gründen. Genauso könne man eine ”Hochschulgruppe“ (laut Universitätsleitung existiert dieser Ausdruck nicht mehr) beziehungsweise eine sogenannte studentische Vereinigung gründen. Bei beiden Vorschlägen müsse man allerdings eine klar gegliederte Vorstandschaft einrichten, wogegen sich viele der ehemaligen Besetzer_innen aussprachen.

Außerdem wäre es möglich, ein Referat innerhalb des Fachschaftenrats zu bekommen. Damit wäre man anderen bereits existierenden Referaten gleichgestellt und wäre an die Fakultätsvertretungen angebunden. Als Referat innerhalb dieses Gremiums ist man dem Fachschaftenrat gegenüber berichtspflichtig und diesem gegenüber verantwortlich. Ein Referat bekommt außerdem ein eigenes Budget zur Verfügung.

Das würde die Arbeit der ehemaligen BesetzerInnen erleichtern. Mit dem Budget könne man nämlich noch mehr Öffentlichkeitsarbeit betreiben, was für die zukünftige Arbeitsform angedacht ist. Ein Referat erfordert außerdem ein Grundsatzpapier, das die Richtlinien der Arbeit festlegt.

Als Vorletztes wurde die Form eines Ausschusses oder Arbeitskreises des studentischen Konvents als Organisationsform vorgestellt. Der Konvent besteht zur einen Hälfte aus dem Fachschaftenrat und zur anderen Hälfte aus gewählten Mitgliedern aus der Studierendenschaft.

In solch einem Ausschuss wäre die Anbindung an die offizielle Gremienstruktur gesichert. Auch die Finanzierung der Arbeit würde kein großes Problem mehr darstellen. Außerdem könne die ”lose Struktur“ der bisherigen Arbeitsweise wie auch der allgemeinpolitische Anspruch beibehalten werden, betonten die eingeladenen Referenten.

Zudem bestünde die Option, als ”loser AK“ zu arbeiten. Hierbei wäre die Anbindung an die offizielle Studierendenvertretung weniger gegeben; ebenso fehlten die infrastrukturellen und finanziellen Vorteile eines Konventsausschusses.

Nachdem die fünf Möglichkeiten vorgestellt wurden, begannen die ehemaligen Besetzer_innen über die Vor- und Nachteile der jeweiligen Arbeitsform zu diskutieren. Eines wurde nach dem Austausch der Argumente für die Gruppe klar: das äußere Erscheinungsbild muss für die zukünftige Arbeit festgelegt werden.

Während der Diskussion stellte sich auch das Bedürfnis für viele der ehemaligen Besetzer_innen ein, sich mit allgemeinpolitischen Themen zu befassen und nicht nur mit Themen, die nur die Universitätsebene betreffen.

Wie man das in den einzelnen Optionen, die gegeben sind, umsetzen kann, muss bis zur nächsten Sitzung geprüft werden.

Nachdem ein erstes Stimmungsbild über die Vorschläge gemacht wurde, beschlossen die ehemaligen Besetzer_innen, dass diese Entscheidung nicht an diesem Abend gefällt würde. Man solle sich noch einmal über die Vor- und Nachteile der Arbeitsformen Gedanken machen. Somit wurde die Entscheidung auf das nächste Plenum verschoben.

Danach wurden kurz die Aufgabenbereiche angesprochen, die zukünftig von Bedeutung sind: die Vorgehensweise der Gruppe im Allgemeinen, die interne Vernetzung der Gruppe in Bamberg, die externe Vernetzung mit anderen Universitäten und die künftigen Aktionen.
Für diese Aufgabenbereiche müssen zumindest Verantwortliche gefunden werden, die sich gerne und regelmäßig mit den Themen beschäftigen.

Auch wenn das Gründungsplenum noch nicht sicher festgelegt hat, in welcher Form die Gruppe weiterarbeiten möchte, darf man hoffen, dass es in der gleichen Weise geschieht wie im letzten Jahr!

Quelle: http://my.feki.de/index.php?option=com_content&task=view&id=861&It%20emid=160

Entscheidungen des Senats


2009
12.24

Am Mute hängt der Erfolg.
(Theodor Fontane)

Die harte Arbeit der Studentinnen und Studenten im Rahmen der Besetzung wurde gestern mit einem ganz besonderen Weihnachtsgeschenk belohnt.
Am Mittwoch, den 23.12.2009 tagte der Senat der Universität Bamberg. Dabei wurden auch mehrere Anträge, welche die Forderungen der Studierenden aufgriffen, behandelt. So werden wohl in Zukunft Protokolle von Teilen der Senatssitzung für alle Hochschulangehörigen zugänglich sein sowie auf Antrag der Studierendenvertretung hochschulöffentliche Gespräche mit dem Senat stattfinden können.
Am bedeutendsten für die Studentinnen und Studenten ist jedoch die Entscheidung, die Studenbeiträge um 100€ auf 400€ pro Semester ab dem SS 2010 zu senken! Dies ist ein Erfolg aller Besetzerinnen und Besetzer der U7! Alle Argumente gegen Studiengebühren sind schon seit Jahren bekannt. In den letzten Wochen ist es den Studierenden durch die Besetzung und die intensive Arbeit in der besetzten U7 und die Solidarität hunderter Bamberger Bürger, Politiker und Kulturschaffender jedoch gelungen, den Senatorinnen und Senatoren zu verdeutlichen, dass die Studiengebühren in Bamberg mittlerweile von allen Seiten als inakzeptabel betrachtet werden.
Diese Senkung ist ein großer Schritt hin zum Teilziel, die Studienbeiträge auf das gesetzlich vorgeschriebene Minimum von 300€ zu begrenzen, bevor die Studienbeiträge ganz abgeschafft werden können. Die Abschaffung bleibt weiterhin mit das wichtigste Ziel der Studierendenproteste.

Aus diesem Grund werden die Studentinnen und Studenten nicht nur an der Universität Bamberg ihre Arbeit und ihren Protest nun NICHT aufgeben, sondern weiter mutig und kreativ für bessere Bildung kämpfen!

Last but not least geht ein besonderer Dank natürlich an unsere beiden studentischen Senatoren Tilman und Matthias, die in der Senatssitzung so sehr für unsere Anliegen gekämpft haben!

Stellungnahme Räumung der U7


2009
12.17

Ende der Besetzung der Uni Bamberg

Am morgigen Freitag, den 18.12.2009, werden die Besetzenden das Gebäude der U7 verlassen. Nachdem die Universitätsleitung in ihrer Reaktion auf ein weiteres Kompromissangebot der Studierenden mit einer indirekten Räumungsdrohung reagiert hatte, entschied sich das Plenum der Besetzenden der U7, das besetzte Gebäude zu verlassen, um die bisher von den offiziellen Vertretern der Universität zugesagten Zugeständnisse nicht zu gefährden. Die Arbeit soll nun in einer anderen Form weitergeführt werden.
”Es sind nicht wirklich die zentralen Punkte erfüllt worden, für die wir gekämpft haben, aber es ist schon mal ein Anfang!“ sagte Andreas H., einer der Besetzer.
Trotz der Tatsache, dass bei zentralen Forderungen, wie der nach der Senkung der Studiengebühren oder nach einer Demokratisierung der Universität, noch keine Erfolge erzielt werden konnten, wird nun die Besetzung aufgegeben werden. Doch auch nach der Besetzung werden die Studierenden an ihren Zielen weiterarbeiten, um ihren Forderungen auf dem regulären Gremienweg Nachdruck zu verleihen. Hierzu hat die Universitätsleitung ihre Unterstützung zugesagt – so soll den ehemaligen BesetzerInnen u.a. ein Büroraum zur Verfügung gestellt werden.
”Wir haben uns jetzt nicht nur in Bamberg sondern auch bayernweit vernetzt und dadurch eine gute Basis, um auch in Zukunft kraftvoll für Verbesserungen im Bildungssystem kämpfen zu können.“ – so Sabine E. nach dem Beschluss zur baldigen Räumung.
Insbesondere die Ankündigung, dass die Hochschulleitung die Anliegen der Studierenden nur hinter verschlossenen Türen behandeln könne, stieß bei den Studierenden auf Unverständnis. Als Begründung war die diskrete Behandlung von Personalfragen innerhalb der Sitzungen genannt worden, deren öffentliche Besprechung von den Studierenden jedoch nie verlangt worden war.
Trotz der Einsicht, dass mit dem Engagement und Enthusiasmus der ersten Tage und Wochen noch keine Berge versetzt werden konnten, bleibt festzustellen, dass bereits kleine Erfolge erzielt wurden. In vielen, die Verwaltung betreffenden Fragen laufen nun Prüfungsverfahren, um die Umsetzbarkeit der Forderungen feststellen zu lassen. Es hängt jetzt vom Ausgang der Überprüfung und insbesondere von den Entscheidungen der Gremien der Universität ab, ob sich die Studienbedingungen aller Studierenden an der Universität Bamberg wesentlich verbessern.
”Am 23.12. soll ja im Senat über die Senkung der Studiengebühren auf 300€ pro Semester entschieden werden. Das wäre mal ein tolles Weihnachtsgeschenk, wenn ich im nächsten Jahr nicht einen Monatssatz Bafög nur für Studiengebühren ausgeben müsste“, so Sven P. nach dem Plenum am Mittwoch.
Um die SenatorInnen dazu zu bewegen, zugunsten der Studierenden zu entscheiden, ist in den kommenden Tagen jedoch noch Einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten.

Solidaritäterklärung Bamberger Prominenz


2009
12.12

Hallo Freunde,

wir haben die Bamberger Prominenz auf unserer Seite! Sie fordern die Uni-Leitung auf, uns weiterhin mit Toleranz zu begegnen und uns ernst zu nehmen. Vielleicht kann das die Uni-Leitung zum Nachdenken anregen.

Vielen Dank für die großartige Unterstützung!

Unterzeichnet haben

Wolfgang Buck, Liedermacher
Mäc Härder, Kabarettist
Wolfgang Heyder, Manager der Brose Baskets Bamberg
Werner Kohn, Fotograf
Dr. Gerhard C. Krischker, Lyriker
Rainer Lewandowski, Autor
Paul Maar, Autor
Martin Schnurr, Evangelischer Hochschulseelsorger
Hanns Steinhorst, Stadtheimatpfleger
Richard Wientzek, Maler

Update:
Alfons Motschenbacher, Katholischer Hochschulseelsorger
Alina Rölver, Studienleiterin Collegium Oecumenicum

Lest die ganze Erklärung im Anschluss an diesen Post.
(weiterlesen…)

Zur Stellungnahme der Universitätsleitung


2009
12.11

Da nach Veröffentlichung der Stellungnahme der Universität vom 09.12.2009 immer wieder verschiedenste Gerüchte aufgetaucht sind, soll hier nochmal klargestellt werden:
Vorerst wird die besetzte U7 NICHT verlassen. Es gibt allerdings nun Verhandlungen mit der Unileitung, wie man in nächster Zeit besser kommunizieren kann und verschiedene organisatorische und rechtliche Probleme beseitigt werden können.

Protokoll vom 10.12.2009


2009
12.10

Wir möchten nach mehrfachem Wunsch heute
wieder einmal das aktuelle Protokoll der Plenumssitzung
veröffentlichen: (weiterlesen…)

“Universitätsleitung zur andauernden Besetzung”


2009
12.09

Liebe Freunde,

heute kurz vor unserem Plenum besuchten uns Uni-Präsident Ruppert und Vize-Präsident Kempgen und übergaben uns ein Schriftstück, das uns indirekt auffordert unser Wohnzimmer, die U7, in nächster Zeit zu räumen.

Den ganzen Text gibt es auf der Seite des Fränkischen Tages mitsamt unserer Stellungnahme: Link

Was meint ihr dazu?

Solierklärung an die FFM


2009
12.08

Am 2. Dezember 2009 wurde das besetzte Casino der Universität Frankfurt/Main durch einen massiven und in seiner Form übertriebenen Polizeieinsatz geräumt.

Wir, die Besetzenden der Universität Bamberg, verurteilen diese Räumung auf das Schärfste. Nicht nur, die ausgeübte Gewalt von Seiten der Polizei kann von uns nicht akzeptiert werden, auch der Einsatz an sich war nicht gerechtfertigt.
Allerdings gilt unsere Solidarität nicht uneingeschränkt. Wir sehen diese Zerstörungen und Verschmutzungen nicht als ”absolute legitime Protestform“ sondern als Vandalismus. Das Plenum sowie die Studierendenvertretung hätten sich unserer Meinung nach deutlich von den Handlungen distanzieren müssen. Wir vertreten die Auffassung, dass die Entgleisungen im Casino nicht nur den Besetzerinnen und Besetzern der Goethe Universität schaden, sondern allen im Bildungsstreik engagierten Studierenden.

Kurz: Wir unterstützen die Inhalte des Frankfurter Bildungsstreiks, von den Zerstörungen distanzieren wir uns entschieden.

300 Teilnehmer am Trauermarsch zur Beerdigung der freien Bildung, um 19.00 Uhr Plenum


2009
12.03

Der Trauerzug um die nach langer Krankheit verschiedene freie Bildung ist mit 300 Teilnehmern, nach polizeilichen Angaben, gut besucht. Im Moment sind aus diesem Grund auch alle Gebäude der Universität in der Innenstadt verschlossen.
Nachdem der Trauerzug um ca 18.00 Uhr wieder die U7 erreicht, findet ein Leichenschmaus statt.
Direkt im Anschluß werden im Plenum die Anträge für die avisierte Sondersitzung des Senats besprochen. Deswegen ist es wichtig, dass viele Studierende im Plenaum anwesend sind und mitdiskutieren, um die Forderungen möglichst präzise zu stellen. Denn es geht auch um die Forderungen, welche, gemeinsam mit den anderen besetzten Universitäten in Bayern, der Staatsregierung gestellt werden sollen.

Zum Feiern spielt im Anschluss “Save Today“, es lohnt sich also heute einen langen Abend in der U7 zu verbringen!

Hier könnt Ihr die ganze Trauerrede unserer Kundgebung am Gabelmann lesen:
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