Ende der Besetzung der Uni Bamberg
Am morgigen Freitag, den 18.12.2009, werden die Besetzenden das Gebäude der U7 verlassen. Nachdem die Universitätsleitung in ihrer Reaktion auf ein weiteres Kompromissangebot der Studierenden mit einer indirekten Räumungsdrohung reagiert hatte, entschied sich das Plenum der Besetzenden der U7, das besetzte Gebäude zu verlassen, um die bisher von den offiziellen Vertretern der Universität zugesagten Zugeständnisse nicht zu gefährden. Die Arbeit soll nun in einer anderen Form weitergeführt werden.
”Es sind nicht wirklich die zentralen Punkte erfüllt worden, für die wir gekämpft haben, aber es ist schon mal ein Anfang!“ sagte Andreas H., einer der Besetzer.
Trotz der Tatsache, dass bei zentralen Forderungen, wie der nach der Senkung der Studiengebühren oder nach einer Demokratisierung der Universität, noch keine Erfolge erzielt werden konnten, wird nun die Besetzung aufgegeben werden. Doch auch nach der Besetzung werden die Studierenden an ihren Zielen weiterarbeiten, um ihren Forderungen auf dem regulären Gremienweg Nachdruck zu verleihen. Hierzu hat die Universitätsleitung ihre Unterstützung zugesagt – so soll den ehemaligen BesetzerInnen u.a. ein Büroraum zur Verfügung gestellt werden.
”Wir haben uns jetzt nicht nur in Bamberg sondern auch bayernweit vernetzt und dadurch eine gute Basis, um auch in Zukunft kraftvoll für Verbesserungen im Bildungssystem kämpfen zu können.“ – so Sabine E. nach dem Beschluss zur baldigen Räumung.
Insbesondere die Ankündigung, dass die Hochschulleitung die Anliegen der Studierenden nur hinter verschlossenen Türen behandeln könne, stieß bei den Studierenden auf Unverständnis. Als Begründung war die diskrete Behandlung von Personalfragen innerhalb der Sitzungen genannt worden, deren öffentliche Besprechung von den Studierenden jedoch nie verlangt worden war.
Trotz der Einsicht, dass mit dem Engagement und Enthusiasmus der ersten Tage und Wochen noch keine Berge versetzt werden konnten, bleibt festzustellen, dass bereits kleine Erfolge erzielt wurden. In vielen, die Verwaltung betreffenden Fragen laufen nun Prüfungsverfahren, um die Umsetzbarkeit der Forderungen feststellen zu lassen. Es hängt jetzt vom Ausgang der Überprüfung und insbesondere von den Entscheidungen der Gremien der Universität ab, ob sich die Studienbedingungen aller Studierenden an der Universität Bamberg wesentlich verbessern.
”Am 23.12. soll ja im Senat über die Senkung der Studiengebühren auf 300€ pro Semester entschieden werden. Das wäre mal ein tolles Weihnachtsgeschenk, wenn ich im nächsten Jahr nicht einen Monatssatz Bafög nur für Studiengebühren ausgeben müsste“, so Sven P. nach dem Plenum am Mittwoch.
Um die SenatorInnen dazu zu bewegen, zugunsten der Studierenden zu entscheiden, ist in den kommenden Tagen jedoch noch Einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten.